Andreas Langfeld

Zeiten:
21.6.–3.7.2016
täglich 0–24:00

Fahrradtour zu den In-Situ-Ausstellungen:
25.6. 15:00
26.6. 15:00
2.7. 15:00
3.7. 15:00

Ort:
Tarostraße 8b, 04103 Leipzig

www.andreaslangfeld.com

f/stop In Situ

Stationen - Fotosammlung der Familie Khalil 1998-2016
Die medialen Bilder, die uns tagtäglich zum Thema Flucht und Migration erreichen, sind meist geprägt von einem westlichen Blick, „wie ein Flüchtling auszusehen hat“ und dem dramaturgischen Verständnis der Bildredaktionen. Sie erschweren einen vorurteilsfreien Zugang zu den Geschehnissen, da bereits am Anfang die BildproduzentInnen mit einem bestimmten Auftrag agieren und nach diesem ihre Bilder anfertigen. Daneben erreichen uns viele Bilder überhaupt nicht, da die meisten FotografInnen sich nur an bestimmten Schwellenpunkten einer Fluchtroute bewegen (Landungsflächen von Flüchtlingsbooten, Grenzübergänge, Flüchtlingslager, etc.). Aber wie sehen die Bilder aus, die die geflüchteten Personen selbst machen? Was haben sie auf ihrer Flucht festgehalten und wie sehen sie sich selbst nach ihrer Ankunft in einer Flüchtlingsunterkunft wie der Pablo-Neruda-Grundschule in Leipzig? Hier ist die Familie Khalil aus Aleppo/Syrien untergebracht. Sie dokumentierten mit Smartphones die Wege ihrer Flucht, die sie 2015 nach Leipzig führten. Der Fotograf Andreas Langfeld hat im Rahmen von f/stop gemeinsam mit der Familie Khalil und ihrem Bildarchiv gearbeitet, um diese visuellen Lücken zu schließen. Andreas Langfeld, der bereits seit einigen Jahren mit geflüchteten Menschen zusammenarbeitet, sagt: „Anhand ihrer Fotos kann man erkennen, was ihnen wichtig war, um es mit Freunden und Familien zu teilen und welche Bilder sie anfertigten, um sich mitzuteilen. Ihre Bilder können helfen, bestimmte Erfahrungen, die sie gemacht haben, besser nachzuvollziehen.“ Ihr Blick fordert die BetrachterInnen auf, sich mit neuen Bildern auseinanderzusetzen und die bereits bekannten medialen Bilder in Abgleich zu bringen. Die Bildrecherche legt offen, dass Fotografie heute nicht nur ein künstlerisches, sondern ein Medium der Alltagspraxis ist, in dem Selbstdarstellung, Orientierung im Raum und der Wunsch, sein Leben erzählbar zu machen, zusammenfinden.

Andreas Langfeld beendete 2014 sein Studium der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Seit 2013 beschäftigt er sich mit dem Thema Flucht und Migration in seinem künstlerischen Schaffen und vielen anderen Projekten. Im Februar 2016 zeigt er in einer Einzelausstellung im Museum Ostwall in Dortmund die Arbeit „Status“, die sich jenen Themen widmet.



© Familie Khalil, Majdanki Stausee, 1998
© Familie Khalil, Afrin, 2001
© Familie Khalil, Festung Nabi Hubri, 1994
 
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