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- Andreas Enrico Grunert, o.T., 2012
Andreas Enrico Grunert: Broken Windows
Mzin – Buchhandlung und Projektraum für Grafik und Kunst
Paul-Gruner-Straße 64
Wir schreiben das Jahr 1969. Der US-amerikanische Psychologe Philip Zimbardo unternimmt einen Feldversuch: Er stellt zwei Autos ähnlichen Typs ohne Nummernschilder und mit geöffneter Motorhaube in der New Yorker Bronx und im kalifornischen Palo Alto ab und schaut zu, was passiert. Die Vandalen in der Bronx sind Vater, Mutter und kleiner Sohn, eine Kleinfamilie, die bereits nach zehn Minuten den in der Bronx verlassenen Wagen erobert und Kühler und Batterie entwendet hat. Nach 24 Stunden ist das Auto komplett ausgeschlachtet, der zufälligen Zerstörung preisgegeben und wird von Kindern als Spielplatz benutzt. Die meisten der erwachsenen Vandalen waren gut gekleidete Weiße.
In Palo Alto schließt ein Fußgänger die Motorhaube, als es anfängt zu regnen. Ansonsten passiert eine Woche lang nichts, bis Zimbardo selbst beginnt mit einem Vorschlaghammer die Scheiben des Autos einzuschlagen. Recht bald schließen sich Passanten an und innerhalb weniger Stunden ist das Auto komplett zerstört und aufs Dach gedreht. Wieder handelt es sich bei den Vandalen vornehmlich um geachtete Weiße.
Dieser Versuch war die Grundlage einer Theorie, die von den amerikanischen Sozialwissenschaftlern J. Q. Wilson und G. Kelling gut ein Jahrzehnt später unter dem Titel Broken Windows veröffentlicht werden sollte.
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