mzin

Zeiten:
24.6.-02.7.2016
Di-Sa 11-19:00

Eröffnung:
23.6. 19:00

Ort:
mzin
Kolonnadenstraße 20
04109 Leipzig
mzin.de

KuratorInnen:
Karen Laube & Philipp Neumann

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Briefe an Jacob Holdt

1970 verließ Jacob Holdt Dänemark mit dem Ziel, sich in Chile der »demokratischen Revolution« Salvador Allendes anzuschließen. Dieser Weg führte ihn zuerst und letztendlich in die USA. Er blieb fünf Jahre, trampte durch 48 Bundesstaaten, fand Unterkunft bei Armen und Reichen und dokumentierte seinen Roadtrip fotografisch. Im Zentrum dieser Dokumentation stehen die Auswirkungen sozialer Ungerechtigkeit, Rassismus und Armut sowie die Frage nach den Ursachen. Zurück in Dänemark veröffentlichte Holdt 1977 das Buch »Amerikanske Billeder«. Ein Buch welches in einer Auswahl aus 15.000 Fotografien die Dokumentarfotografie revolutionieren und das Bild vom »American Way of Life« erschüttern sollte. 80.000 Exemplare des Buches wurden in Dänemark verkauft, in den USA erreichte die Auflage 3,5 Millionen Exemplare. In der BRD erschien das Buch 1978 unter dem Titel »Bilder aus Amerika« beim S. Fischer Verlag, in der DDR 1980 beim Verlag Volk und Welt. 2010 berichtete der damalige Leiter des Fotomuseums Braunschweig, Florian Ebner, von der unglaublichen Anzahl an Leserbriefen, die Jacob Holdt als Reaktion auf die Buchveröffentlichung erhalten hat – persönliche Dokumente einer Zeit in der Fotografie Erschütterung hervorzurufen vermochte, die den Betrachter zur Aufgabe seiner isolierten Position veranlasste um das eigene Fühlen, Denken und Handeln in Beziehung zum Fotografen und dessen Arbeit zu setzen. Die Ausstellung »Briefe an Jacob Holdt« gibt Einblicke in Briefe ost- und westdeutscher Leser, welche aus unterschiedlichen politischen Systemen heraus die Wirkung des Buches und der abgebildeten Fotografien beschreiben.

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