The History of Now

- Ivor Prickett, Young men guard the neighborhood of Zamalek from looters and gangs, aus der Serie: Days of Anger, 2011
Gruppenausstellung
Der Begriff der „ständig wachsenden Bilderflut“ ist inzwischen ein Allgemeinplatz und dennoch - oder vielleicht gerade deswegen - besteht nach wie vor die Notwendigkeit, die Bedingungen visueller Informationsvermittlung kritisch zu hinterfragen. Denn trotz des längst etablierten Misstrauens gegenüber fotografischen Bildern erfährt der Glaube an ihre Authentizität immer wieder Erneuerung. Dabei kann ihre Verwendung beziehungsweise ihr gezielter Gebrauch enorme Wirkung erzielen. Das haben nicht zuletzt die Beispiele von Amateuraufnahmen aus dem Irak und Afghanistan oder die wackligen Handyvideos aus dem „arabischen Frühling“ gezeigt, die ihren Weg selbst bis in die Abendnachrichten fanden.
Das Feld der Kunst bietet gegenüber dem journalistischen mehr Freiraum auch Themen anzusprechen, die auf der täglichen News-Agenda nicht den ersten Rang einnehmen und bietet Möglichkeiten, sie künstlerisch zu bearbeiten. Sei es, den Blick auf die abseitigen Schauplätze zu richten, mittels neuer Betrachtung von historischem Material Bezüge zu zeitgenössischen Fragestellungen herzustellen oder sich dem gewohnten Bild gänzlich zu verweigern. Dass dabei auch immer wieder die Möglichkeiten und Grenzen des eigenen Mediums ausgelotet werden, gehört zur Programmatik des Festivals.
Künstler: Adam Broomberg & Oliver Chanarin, Ulrich Gebert, Maryam Jafri, Sven Johne, Leon Kahane, Korpys/Löffler, Armin Linke & Fabian Bechtle, Willem Popelier, Ivor Prickett, Özlem Sulak, Arne Schmitt, Mona Vatamanu & Florin Tudor
Kuratoren: Christin Krause, Thilo Scheffler
Ausstellungsort: Halle 12 (Werkschauhalle)
