f/stop Film 29.6.

Zeiten: 
29.6. 20:00

Ort:
Luru Kino

Kurator:
Max Linz, Regisseur und Autor, Berlin

 

 

f/stop Film

Dokumentarische Erzählungen in der digitalen Gegenöffentlichkeit: Das Online-Archiv pad.ma
Präsentation von Sebastian Lütgert (Künstler und pad.ma-Co-Programmierer, Berlin) und Max Linz

Am zweiten Abend des Filmprogramms von Max Linz wird anhand ausgewählter Beispiele das in Bombay ansässige Online-Archiv pad.ma vorgestellt. pad.ma erprobt vollkommen neuartige Strategien der dokumentarischen Bildproduktion. Indem es das Archiv-Material einem translokalen Netzwerk übereignet, welches das Footage weiterprozessiert und durch intensive Annotationen aufschlüsselt, werden in komplexen und dynamischen Text-Bild-Arrangements tendenziell unabgeschlossene Erzählungen hergestellt. Dabei entsteht ein Raum, der öffentliche Vorgänge des politisch umkämpften (indischen) Alltags kontinuierlich beobachtet und dauerhaft für eine unabhängige, kritische Öffentlichkeit zugänglich macht. Der in Berlin lebende Künstler und pad.ma-Co-Programmierer Sebastian Lütgert wird zu Gast sein und eine Einführung in die komplexe Struktur und die faszinierenden Möglichkeiten des auf der selbstentwickelten Software pan.do/ra basierenden Online-Archivs geben.

Stadtplanung und ihre Konsequenzen für die Million Einwohner von Dharavi/Bombay, das Schicksal der Tänzerinnen nach dem Dance-Bar-Verbot, Auswirkungen der Pogrome gegen die muslimische Bevölkerung in Gujarat: pad.ma, URL und Akronym für Public Access Digital Media Archive, ist ein zeitgenössisches Online-Archiv, das öffentliche Vorgänge des politisch umkämpften (indischen) Alltags für eine unabhängige, kritische Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich macht. Begründet wurde es von einem Super-Kollektiv, für das sich die Künstlergruppen CAMP und MAJLIS mit den Aktivist_innen von Point-of-View (alle Bombay), dem Alternative Law Forum (Bangalore) und den Berliner Programmierern und Künstlern Jan Gerber und Sebastian Lütgert (0x2620) zusammengetan hatten. Die selbstentwickelte Software pan.do/ra ermöglicht, dass ungeschnittenes, dokumentarisches Videomaterial von den pad.ma- Benutzer_innen auf der ganzen Welt durch ein dichtes Textgewebe von Annotationen, Übersetzungen und Meta-Daten aufgeschlüsselt und weiterbearbeitet wird. In der Selbstbeschreibung heisst es: „We see Pad.ma as a way of opening up a set of images, intentions and effects present in video footage, resources that conventions of video-making, editing and spectatorship have tended to suppress, or leave behind.“ pad.ma war Teil der documenta 13.

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