f/stop In-Situ-Parcours

Fahrradtour zu den In-Situ-Ausstellungen mit Vorträgen zu Gerda Taro, Lee Miller & Margaret Bourke-White und Robert Capa

Zeiten:
1.7. 16–19:00

Treffpunkt:
Festivalzentrum, Baumwollspinnerei

ReferentInnen:
Irme Schaber, freie Kuratorin und Autorin, Stuttgart
Katharina Menzel-Ahr, Sinologin und Kunsthistorikerin, Nierstein am Rhein
Martin Schieder, Professor am Institut für Kunstgeschichte, Universität Leipzig

f/stop In-Situ-Parcours

Gerda Taro: Das Auge der Solidarität
Mit Robert Capa im Spanischen Bürgerkrieg

Im Spanischen Bürgerkrieg schuf Gerda Taro zusammen mit Robert Capa und „Chim“ David Seymour die moderne Kriegsfotografie wie wir sie heute kennen.

Gerda Taro fotografierte am Nerv der Zeit. Ihr Weg vom Nazi‐Flüchtling zu einem Prototyp des modernen Fotojournalismus verlief im Spannungsfeld von eigener Fluchterfahrung und neuer Medienöffentlichkeit. 1933 war die Jüdin von Leipzig nach Paris geflohen, wo sie mit Robert Capa zu fotografieren begann.

Der Spanische Bürgerkrieg war ein internationaler Konflikt. Taro begleitete Milizen und Internationalen Brigaden mit der Kamera, lernte Ernest Hemingway, Pablo Neruda und André Malraux kennen. Mit ihren Bildern bezog Gerda Taro klar Stellung gegen Franco und Hitler. Ihre fotografischen Berichte aus dem ersten großen Bombenkrieg auf europäischem Boden waren ein Votum für eine andere Politik.

Engagement und Risiko zeichneten ihre Arbeit aus. Sie dokumentierte Flüchtlingselend und zerstörte Städte und sie war die erste Frau, die direkt in der Kampfzone fotografierte. Diese Nähe zum Geschehen setzte neue Maßstäbe für die fotografische Kriegsberichterstattung und kostete Gerda Taro das Leben.
Vortrag von Irme Schaber

Margaret Bourke-White und Lee Miller: Kriegsende in Leipzig 1945


Die beiden amerikanischen Fotografinnen kamen im April 1945 unabhängig von einander für kurze Zeit mit der US-Armee nach Leipzig. Einige von Margaret Bourke-Whites Aufnahmen wurden am 14. Mai 1945 im LIFE-Magazin gedruckt. Einen Monat später erschienen Lee Millers parallel entstandene Bilder in der VOGUE.

Die Fotografinnen hatten sehr unterschiedliche Hintergründe: Margaret Bourke-White fand als Industrie- und Architekturfotografin ihren Weg zur Fotoreportage. Schon 1936 hatte sie das Titelbild für die Erstausgabe des LIFE-Magazin geliefert. Sie war die erste Fotografin, die im zweiten Weltkrieg bei der US-Armee akkreditiert war und in Kampfgebieten arbeiten durfte.

Lee Miller war zunächst als Fotomodell mit Fotografie in Berührung gekommen. In Paris bewegte sie sich als Schülerin, Model und Muse von Man Ray im Umfeld der Surrealisten, führte kurze Zeit ein eigenes Porträtstudio, heiratete und zog mit ihrem Mann nach Ägypten. Zu Kriegsbeginn begann Miller als Modefotografin für die VOGUE zu arbeiten. Sechs Wochen nach der Landung in der Normandie 1944 schloss sich die Fotografin auf eigenen Wunsch der US-Armee in Europa an. Bis Kriegsende publizierte die VOGUE ihre Fotografien und sehr persönlich geschriebenen Berichte. 

Die beiden Fotografinnen sind sich mehrfach begegnet. Miller hatte Bourke-White sogar 1943 für eine Reportage in der VOGUE portraitiert. Im Neuen Rathaus fotografierten sie am selben Tag die Leichen des Leipziger Oberbürgermeisters Alfred Freyberg, seiner Frau und deren 17-jährigen Tochter.
Vortrag von Katharina Menzel-Ahr

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