f/stop Symposium

Zeiten: 26.6., 13–18:00

Ort: Besucherzentrum der Halle 14

mit Ariella Azoulay, Michael Biedowicz, Florian Ebner, André Gunthert, Anne König, Jörg Koopmann, Rolf Lindner, Nadja Masri, Jan Wenzel, Isabelle Wirth

f/stop Symposium

Wir zeigen Euch: Von der Fotoreportage zu visuellen Darstellungsformen der digitalisierten Gegenwart

Die Fotografie berühre sich über das Theater, nicht über die Malerei mit der Kunst, schreibt Roland Barthes in »Die helle Kammer«. Betrachtet man die Geschichte der Bildreportage, dann wird die Beziehung zu den darstellenden Künsten augenfällig. Denn auch die Reportage geht vom Gestus des Zeigens aus, der für das Theater seit der Antike charakteristisch ist.

Mit der Reportage, einer genuin urbanen Erfindung, entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine neuartige Darstellungsform, um über Menschen und ihre Konflikte, aber auch die alltäglichen Facetten modernen Lebens massenmedial zu berichten. Die Fotografie wurde dadurch zu einem Medium der Kommunikation und der Selbstreflexion moderner Gesellschaften.

Die Bildreportage, die ihre Blütezeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte und sich seit den 1970er Jahren im Niedergang befindet, gilt es heute in ihren Strategien und Darstellungsformen kritisch zu hinterfragen. Aber ganz ähnlich wie in der Phase von Industrialisierung und Urbanisierung, mit der im 19. Jahrhundert die Entstehung der ersten Massenmedien verknüpft ist, gilt es heute neuartige Transportmittel der Erfahrung zu entwickeln. Denn durch die Digitalisierung ist die Welt in einer Weise zusammengerückt, die noch vor kurzem unvorstellbar war: die Mobilität der Menschen und Waren, aber auch die Verschränkung der verschiedenen Konfliktlagen und Krisen erfordert neue Darstellungsformen, in denen die Wirklichkeit verarbeitet wird.

Wie die Wirklichkeit gezeigt wird, die Beschaffenheit der Ausschnitte, in denen sie vermittelt wird, formatiert die Wahrnehmung der gegenwärtigen Welt. Aber wie wir die Welt wahrnehmen, ist letztlich dafür entscheidend, wie wir in ihr handeln.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion sprechen Akteure des Bildermarktes über die Ökonomie der Bilder, über die Produktion, die Auswahl und die verschiedenen Formen der Zirkulation der Bilder. Welche Interaktionen bestehen zwischen Produzenten und Distributoren, welche  Perspektiven und Erfordernisse erkennen sie als Teilnehmer des Marktes der Bilder?

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