Workshop Jan Caspers

Zeiten:
2.7. 16:00

Treffpunkt:
Festivalzentrum, Baumwollspinnerei

Künstler:
Jan Caspers

Präsentation Workshop

Bilder formen und begreifen - Eine Silhouettenfilmwerkstatt

Kinder wachsen heutzutage in einer stark audiovisuell geprägten Welt auf: Über Fernsehen, Internet, Bahnsteig- oder Smartphonedisplays kommen sie mit filmisch aufbereiteter Werbung, Unterhaltung und Informationen in Kontakt und werden so früh mit dem bewegten Bild vertraut. Damit aus dieser Vertrautheit ein tieferes Verständnis entstehen kann, empfiehlt sich die eigene Betätigung in der Bildproduktion. Der Animationsfilm bietet hier einen idealen Einstieg: Auf dem Tricktisch können alle Produktionsschritte im Kleinen unmittelbar umgesetzt werden.

Bilder formen und begreifen
ist eine Animationsfilmwerkstatt, in der eine Gruppe von 12 Kindern (mit und ohne Migrationshintergrund) zwischen 10 und 14 Jahren über einen Zeitraum von fünf Tagen in die Technik des Silhouettenfilms eingeführt wird. Sie erlernen handwerkliche und künstlerische Grundlagen bei der Herstellung von Flachfiguren sowie deren Animation im Stop-Motion-Verfahren. Sie erproben das Zusammenspiel von Ton und Bewegung sowie einfache Konventionen von Kameraeinstellungen und Schnitten. Mit diesen Mitteln verarbeiten sie im Laufe der Werkstatt einen selbstgewählten Stoff dokumentarisch und stellen selbst kurze Animationsfilme her.

Die modulare Struktur der Flachfigur führt in der Variation der Bilder innerhalb der Animationsfilm-Sequenz zu einer starken visuellen Kontinuität, die weitgehend unabhängig vom Grad der anatomischen Richtigkeit ist. Dadurch verringert sich Hemmung, die oft schon Kinder in ihrem bildnerischen Schaffen behindert, weil sie ihre Werke negativ mit vorgefertigten Bilderzeugnissen vergleichen. Die Silhouette ist eine leere Form, die erst in der Betrachtung gefüllt wird.  Der Verzicht auf zeichnerische Details zugunsten der schwarzen Fläche bedeutet eine Reduktion auf das Wesentliche und führt damit zu einer erhöhten Lesbarkeit. Sie steht auch für den Anfang der Filmgeschichte: Für den ersten abendfüllende Animationsfilm wählte die 24-jährige Charlottenburger Autodidaktin Lotte Reiniger die Technik des Silhouettenfilms.
Als Teil des Festivals für Fotografie f/stop, das sich mit den Möglichkeiten der bildlichen Dokumentation beschäftigt, leistet die Werkstatt einen doppelten Beitrag: Zum einen werden hier animierte Dokumentationen von Kindern erstellt, deren eigene Sichtweise auch die Perspektive des Betrachters ändern kann. Zum anderen schafft das Medium der Silhouette einen Grad der Distanzierung, der einen großen Blick auf die dargestellten Gegebenheiten erlaubt.

Die Ergebnisse des Workshops werden im Rahmen des f/stop der Öffentlichkeit präsentiert.


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